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giersch /​ spurge

Par |2018-08-19T19:37:56+00:00 19 juillet 2012|Catégories : Blog|

 

nicht zu unter­schät­zen : der giersch
mit dem begeh­ren schon im namen – darum
die blü­ten, die so schwe­bend weiß sind, keusch
wie ein tyran­nen­traum.

kehrt stets zurück wie eine alte schuld,
schickt seine kas­si­ber
durchs dun­kel unterm rasen, unterm feld,
bis irgend­wo erneut ein weißes wider-

stand­snest empor­schießt. hin­ter der garage,
beim knir­schen­den kies, der kirsche : giersch
als schäu­men, als gischt, der ohne ein geräusch

ges­chieht, bis hoch zum gie­bel kriecht, bis giersch
schier übe­rall sprießt, im gan­zen gar­ten giersch
sich über giersch schiebt, ihn ver­schlingt mit nichts als giersch.

 

spurge

not to unde­res­ti­mate : spurge,
the urge alrea­dy in its name – and hence
the blos­soms, so floa­ting white, vir-
ginal as a tyrant’s dream.

always returns like some old debt,
sends its secret mis­sive
through dark­ness under the grass, under the field,
until somew­here else, rene­wed, a white

resis­tance cell emerges.  behind the garage,
by the crun­ching gra­vel, the cher­ry : spurge
as fro­thing, as surf, that without sound

occurs until it creeps to the gable-top, until spurge
surges over eve­ry­thing, in the whole gar­den spurge
thrusts itself over spurge, sub­mer­ged by nothing but spurge.

(Übersetzung : Danielle Janess und Julian Smith-Newman)
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