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laken /​ sheets

Par |2018-11-20T19:30:26+00:00 19 juillet 2012|Catégories : Blog|

 

groß­va­ter wurde ein­bal­sa­miert
in seines und hinaus­ge­tra­gen,
und ich ent­deckte ihn ein jahr spä­ter,
als wir die bet­ten frisch bezo­gen,
zur wespe ver­schrum­pelt, win­zi­ger
pha­rao eines läng­st ver­gan­ge­nen som­mers.

so fal­tete man laken : die arme
weit aus­ge­brei­tet, daß man sich zu spie­geln
begann über die straff ges­pannte fläche
hin­weg ; der wäsche­fox­trott dann, bis schritt
um schritt ein rech­teck im nächstk­lei­ne­ren
ver­sch­wand, bis sich die nasen fast berühr­ten.

alles konnte ver­bor­gen sein
in ihrem schneei­gen innern : ein lee­rer
fla­kon mit einem spuk par­fum, ein paar
laven­del­blü­ten oder wie­sen­blu­men,
ein gro­schen oder ab und zu ein wurf
von mot­ten­ku­geln in sei­nem nest.

fürs erste aber ruh­ten sie, stumm
und weiß in ihren schrän­ken, ganze
sta­pel von ihnen, ein­ge­legt in duft,
geman­gelt, gebü­gelt, gestärkt,
und sorgfäl­tig gepackt wie fall­schirme
vor einem sprung aus ungeahn­ten höhen.

 

 

sheets

grand­fa­ther was embal­med
in his and borne away,
and i dis­co­ve­red him one year later,
as we were fre­sh­ly making the beds,
shri­ve­led into a wasp, minus­cule
pha­raoh of a long-for­gone sum­mer.

this is how sheets were fol­ded : arms
wide outs­pread, so one began
to be mir­ro­red across the taut-stret­ched
sur­face ; the linen-fox­trot then, till step
by step one rec­tangle vani­shed into
the next smal­lest, till the noses almost tou­ched.

any­thing could be vei­led
in their snowy inter­ior : an emp­ty
phial with a phan­tom per­fume, a few
laven­der blos­soms or mea­dow flo­wers,
a pen­ny or, now and again, a toss
of moth­balls in its nest.

at first, though, they res­ted, mute
and white inside their chests, whole
stacks of them stee­ped in scent,
fol­ded, iro­ned, star­ched,
and care­ful­ly packed like para­chutes
before a leap from uni­ma­gi­ned heights.

 

(Übersetzung : Danielle Janess und Julian Smith-Newman)
 
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