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lazarus

Par | 2018-02-25T01:20:40+00:00 16 décembre 2012|Catégories : Blog|

 

vier tage nur, dann kehrte er zurück,
blin­zelnd wie eine kar­tof­fel, etwas moder
um bart und haare, kroch aus sei­nem sarg,
einer höl­zer­nen mut­ter,

und war noch gegen den wind zu rie­chen.
er schien zu lau­schen, ob sein herz noch schlug,
sobald er saß ; vers­teckt hin­ter den röcken
die kin­der, wenn er um die ecke bog,

als würde er weder dem boden trauen
noch sei­nem eige­nen, tas­ten­den schritt.
wir sahen seine frau mit roten augen.
die bei­den schlie­fen jetzt zu dritt.

vier wochen, bis man nicht län­ger meinte,
im schin­ken die erde zu schme­cken, den lehm
in was­ser oder wein ; vier monate,
und alles blas­ser, alles wun­der­sam

und fast schon ver­ges­sen –
da steht er plötz­lich hin­ten in der schlange
beim markt, hört man im dun­kel einer gasse
erneut diese schnar­rende feder von stimme,

als ob etwas in ihm zeris-
sen ist, spricht ihn mit „guten abend“ an
viel­leicht, mit „schönes wet­ter, laza­rus“,
und streckt die hand aus, hält den atem an.

 

laza­rus

 

he only had four days, then he retur­ned.
squin­ting like a pota­to, mol­dier
around the beard and hair, he squir­med
out of his cof­fin, his woo­den mother,

and i could smell him even upwind.
he was lis­te­ning to whe­ther the heart still poun­ded,
maybe, when he res­ted. our chil­dren hid
in skirts of women when he roun­ded 

cor­ners. he trus­ted not the ground,
nor even his own clum­sy, fum­bling feet.
i wat­ched the eyes of the wife go red.
the two of them now slept as three. 

then i thought about things less, the earth 
in ham, four weeks gone by ; and the loam
in water and wine, fading ; four months
and all much paler now ; all won­ders soon

for­got­ten — until, quite sud­den­ly,
say, i see him wai­ting in the line
at the mar­ket, or, this ins­tant, when i hear in the alley
that stam­me­ring whir of his voice again, 

like for the first time — as if it tears
itself apart in him — when i greet him,
„good eve­ning“ or „fine wea­ther, laza­rus,“ 
exten­ding my hand, nobo­dy brea­thing.

 

(Übersetzung : David Keplinger)